Wander-Blog von Manuel Andrack

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Eine militaristische Spurensuche auf unseren heimischen Wanderwegen

Es ist todtraurig. 100 Jahre nach dem Ersten und 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem man lange Jahre kriegerische Konflikte auf europäischem Boden nahezu ausgeschlossen hatte, ist es nun doch seit letztem Jahr so, dass ein veritabler Krieg in der Ostukraine stattfindet. Aber nicht nur dort, nein, auch auf unseren schönen deutschen Wanderwegen beobachte ich eine zunehmende Militarisierung. Ich war geradezu geschockt, als ich auf dem Premiumweg „Nette Seen“ am Niederrhein diesen Menschen im Kampfanzug sah:

 

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Dieser Militarist war bewaffnet mit einem Zwischending aus Kalaschnikow und Fernrohr. Ich war beunruhigt. War das ein holländischer Separatist, der die Gegend um Mönchengladbach wieder dem niederländischen Reich einverleiben will? Nicht dass es schade drum wäre, aber immerhin dürfte dann der in MG ansässige Fußballverein nicht mehr gegen den 1. FC Köln und den SC Paderborn antreten, sondern müsste sich mit Zwolle und Deventer herumschlagen. Und natürlich mit Ajax Amsterdam. Alles nur Gedankenspiele, hoffen wir mal, dass die Maas-Schwalm-Nette-Region nicht zur Krim Nordrhein-Westfalens wird.

Der Niederrhein, eine militarisierte Sonderzone, ein Einzelfall? Weit gefehlt. Der Neanderlandsteig im Kreis Mettmann mutiert immer mehr zum Vietnam des Rheinlands.

 

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Mir war gar nicht klar, dass die Abtsküche, ein Teich im Norden von Heiligenhaus, zum Aufmarschgebiet der US-Flotte gehört. Ein internationales Krisengebiet scheint das zu sein, wenn dort schon die US-Marines rumschippern. Sehr lässig schippern die da herum, das muss man schon sagen. Hoffentlich hat Putin das noch nicht mitgekriegt, sonst schickt der direkt die Schwarzmeerflotte nach Heiligenhaus.

Bei so viel Aufrüstung, bei so Militär, da liegt es naturgemäß nahe, auch die Sanitätskompanien aufzurüsten. Denn wo Schwerverwundete zu erwarten sind, da muss man eben präpariert sein. Einen „Sanni“ („Sanni“ ist nicht zu verwechseln, mit „Sahni“, das war der erste Bassist von „Die Ärzte“) der Truppe sah ich letztes Jahr bei einer Wanderung im Sauerland.

 

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Was der an Medikamenten alles mitgeschleppt hat! Das langte ja locker für die medizinische Versorgung in zehn Präventivkriegen. Ich kann Euch aber versichern, an der sauerländischen Front bei Sundern ist alle ruhig beblieben, der „Sanni“ wurde nicht benötigt. Nichts Neues im Westen. Gott sei Dank.


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Ein Kommentar zu “Eine militaristische Spurensuche auf unseren heimischen Wanderwegen

  1. „SKANDAL AUFGEDECKT!! Dem erfahrenen Frontjournalisten Andre Manulack (Name geändert) gelang es in geheimer Mission, dubiose militärische Umtriebe in der rheinischen Peripherie der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sein Kollege Brad Shurerman (Name geändert) war vor wenigen Jahren an einem vergleichbaren Auftrag in Westmittelfranken gescheitert. Shurerman, damals getarnt als Wanderer auf der Strecke Nürnberg-Ansbach, war vom Sicherheitspersonal des US Army Airfield Katterbach während der Erstellung seiner Fotodokumentation am streng bewachten Eingangsbereich aufgegriffen und zur unmittelbaren Zerstörung seines Materials freundlich, aber bestimmt aufgefordert worden.“
    (Grevenbroicher Tagblatt, 16.03.15)

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