Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Andrack im Tibet

Geschrieben am um 6:20

Im aktuellen Wandermagazin könnt ihr die hochalpine Tour mit dem deutschen Fjäll-Räven-Chef Alex Koska und dem Hanwag-Chef Jürgen Siegwarth verfolgen, zwei super Typen. Wir sind auf dem „Luftigen Grat“ gewandert, dem am besten bewerteten Premiumweg im hochalpinen Bereich. Ich möchte heute in meinem Blog, auch wenn ihr meinen Report im Wandermagazin schon auswändig gelernt habt, einige Highlights dieser Tour aufarbeiten. Denn „high“ im Sinne von hoch ist der „Luftige Grat“ allemal, sonst wäre es ja auch eher ein Grätchen. Auf über 1.000 Höhenmetern liegt der Startpunkt, da empfiehlt es sich, mit der Bergbahn anzureisen.

 

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Aber man sieht direkt – Hoppla! – auch die Preise der Bergbahn sind ganz schön high. Da waren wir aber alle froh, dass Onkel Michael vom Wandernagazin alle Tickets bezahlt hat, 40 Euro für die gesamte Truppe für eine Tour, ganz schön happig. Und Michael hat sich wahrscheinlich auch gefragt, warum er nicht Chefredakteur des Bergbahnmagazins ist, dann wären wir wahrscheinlich für umme transportiert worden.

Dann also hoch mit der Bergbahn und schnell standen wir vor der Himmelspforte, dem Eingangportal des Luftigen Grats, Premiumweg mit der sagenhaften Erlebnispunktzahl von 92 Big Points, auch Teil der Premiumwanderwelten.

 

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Gefühlt mussten wir seit dem Start schon auf einer Höhe von über 5.000 gelandet sein, denn wir waren plötzlich mitten in Tibet, die bunten tibetischen Fähnchen am Eingangsportal lieferten untrügliche Beweise. Aufregend, kannte ich doch Tibet vor allem aus dem Comic-Band „Tim im Tibet“. Nun würde ich auch bald mit den Jungs diese geheimnisvolle Welt betreten. Andrack im Tibet mit allem Drum und dran, Yeti, Messner und so…

Enttäuschend war es dann aber, durch profane Sperren gehen zu müssen, die die Almweiden begrenzten und die Rindviecher am Durchschlüpfen hindern sollten.

 

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Diese Allgäuer Schiebetüren erinnerten mich an die Spielgeräte auf den Spielplätzen der 1960er Jahre, an denen man sich früher immer so schrecklich weh getan hat.

Eh‘ man sich’s versieht, ist man dann auch schon wieder auf dem Abstieg. Und der große Blonde vom Wandermagazin zeigte den Jungs von Fjäll Räven und Hanwag mal, was eine Harke ist.

 

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Aber, was will uns Michael Sänger da wirklich zeigen? Wie groß der Fisch ist, denn er daheim am Rhein kürzlich geangelt hat? Auf welchem großen Fuss er lebt? Wie breit die Fußspur des Yetis war, den er zuletzt in seiner Heimat, der Pfalz, gesehen hat? Oder zeigt uns der Wandermagazin-Chef, wie viele Wanderblogs er schon gelesen hat? Unlängst hat er ja einige Wanderblogs in seinem Heft proträtiert, und sich auch durchaus lobend mit unter anderem dem Schlenderer (www.schlenderer.de) befasst. Das ist ein echt guter Wanderblog. In eigener Sache kann ich nur den überaus netten und ungemein ausführlichen Kommentar zu meinem letzten Wanderbuch hervorheben. Findet man unter „Bücher“. Weiter so geschlendert, Schlenderer, auch im nächsten Jahr!

Euer Wanderblogger Manuel macht jetzt einen kurzen Winterschlaf, macht einen Blog-Sabbat-Monat und meldet sich Ende Januar in aller Frische wieder. Frohes Fest und Guten Rutsch!!!



Raffael und Lenin in der Sächsischen Schweiz

Geschrieben am um 6:16

Es ist hinlänglich bekannt, dass ich durchaus ein passionierter Alleinwanderer bin. Keinem verpflichtet, mein eigener Herr, herrlich! Aaaaaber, wenn ich in der Sächsischen Schweiz unterwegs bin, dann gibt es für mich nur eins, ich muss Arndt dabei haben, Mitglied im Stiegen- und Wanderfreundeverein der Sächsischen Schweiz. Warum Arndt so klasse ist? Weil er einem Sachen zeigen kann, die man sonst im Leben nicht gefunden hätte. Wie zum Beispiel dieses Engelsgesicht oberhalb der Amselfallbaude.

 

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Zunächst einmal hätte ich ohne Arndt den Weg dorthin gar nicht gefunden. Ein Weg gänzlich ohne Wegweiser, überwachsen von Gestrüpp, einer der vielen verbotenen Wege der Sächsischen Schweiz. Man fragt sich nur, wer sich die Mühe gemacht hat, diesen wunderschönen Engelskopf dorthin zu drapieren. Andereseits, wozu habe ich vor etlichen Monden Kunstgeschichte studiert? Gehen wir die Sache doch mal logisch an…

 

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An was denkt man denn, wenn man hört: Sachsen und Engel? Nein nicht Engels, Engel. Und- auch Nein – ich ich meine nicht Sahra Wagenknecht, die kommt aus Thüringen. ich meine natürlich die berühmten schelmisch guckenden Putten am unteren Bildrand der Sixtinischen Madonna von Raffael. Millionenfaches Postkartenmotiv. Aber wie hat der Raffael diese tollen, süßen Puttengesichter hingekriegt? Na klar: Üben, üben, üben! Und so hat sich der große Raffael in die Einsamkeit der Sächsichen Schweiz verzogen, hat erst mal dort ein Puttengesicht in den Felsen gemeißelt. Nicht schlecht geworden! Und nach dieser Steinskizze hat er dann sein berühmtes Gemälde gemalt. Lösung gefunden.

Dann hat mir Arndt noch unterhalb von Hohenstein einen weiteren Engel gezeigt, sozusagen die russische Variante.

 

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Der gute alte Lenin in Stein gemeißelt. Ich frage mich: Warum ist das kein Pilgerort? Bei diesem Bildnis liegt es nahe, dass Zar Putin I. persönlich (denn er hat ja lange in Dresden gelebt) den mächtigen Revolutionsführer in den Fels gehauen hat. Ein wunderschönes Lenin-Denkmal, denn auch in der Sächsischen Schweiz gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, das ist ja mein Lieblingsspruch des alten Sowjet-Zausels.



Paris, Litermont, Nette, Felsenweg

Geschrieben am um 6:57

Wer mich kennt, weiß ich, dass ich ein Faible für leicht obskure Wegweiser und Straßenschilder habe. Also hatte ich großen Spaß an dem Einbahnstrassenschild, dass ich bei einer Wanderung durch Paris sah.

 

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Geile Idee, den weißen Balken wegtragen zu lassen. Dieses Symbol eines totalitären Straßenverkehrsystems zu entfernen, ist ein Akt gelebter Revolution. Und Revolution können die Pariser.

Ein kleiner Sprung ist es von der Metropole an der Seine in’s nördliche Saarland. Und auch dort spielt Haute Couture eine Rolle.

 

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Am Eingangsportal des Litermont-Gipfelpfads ist ein sinnvoller Hinweis angebracht. Bitte nicht High Heels beim Wandern tragen. Aber weil wir ja in Deutschland sind, bleibt es nicht bei einer freundlichen Empfehlung, nein, es wird ein Verbot ausgesprochen. Ich fordere Freiheit für High-Heels-Trägerinnen! Und High-Heels-Träger genauso! Soll doch jeder wandern wie er will. Und die hohen Absätze kann man an den steilen Passagen doch aucb gewinnbringend einsetzen: Als eine Art einzackiges Steigeisen zum Beispiel.

Jetzt aber nach so viel Revolution und Verbot, einfach mal was Nettes:

 

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Die ist so nett die Brücke, die grüßt auch höflich und befördert einen trockenen Fusses von einem zum anderen Ufer, sensationell!

Schließlich noch einen schöner Wegweiser am Startpunkt des Felsenwegs. Eine schöne Anregung für Gemeinden, die gleichzeitig etwas gegen die Kostenexplosion für stationäre Wegweiser und die kommunale Arbeitslosigkeit machen wollen.

 

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Immer wieder diese Grenzerfahrungen

Geschrieben am um 7:53

Wahrlich ich sage Euch, ich habe in den letzten Jahren einen Haufen Grenzerfahrungen beim Wandern gemacht. Ob das die 82 Kilometer mit Thorsten Hoyer waren, die Watzmann-Ostwand-Besteigung, die Wanderungen mit dem Schwäbischen Albverein oder meine Wüstenwanderung bei den Sahauris. Aber auch all die Blasen, unterhopften Wanderkilometer und unvermuteten Regengüsse waren natürlich Grenzerfahrungen.

Vor kurzem, anlässlich der letzten Kytta-bewegt-Wanderung des Jahres auf dem Felsenweg bei Losheim, habe ich eine neue Grenzerfahrung gemacht. Ungefähr zwei Kilometer nach dem Start in Waldhölzbach verläuft der Felsenweg genau auf der Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz. So weit erst mal nix besonderes, ist doch das Saarland so klein, dass man schnell an seine Grenzen stösst. Aber was wirklich erstaunlich war: Auf saarländischer Seite war ein Wald mit dem üblichen Unterholz zu sehen. Auf rheinland-pfälzischer Seite dagegen Moos, so weit das Auge reichte.

 

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Unglaublich, eigentlich ist auch Rheinland-Pfalz hochverschuldet, dass die so viel Moos haben, hätte ich nicht gedacht.

Eine weitere Grenzerfahrung habe ich im Sommer auf dem „Luftigen Grat“ bei Oberstaufen gemacht, dem spektakulären alpinen Premiumweg im Allgäu. Ich ging nicht über eine Landesgrenze, aber der luftige Grat markierte eine Wetterscheide, eine Wettergrenze.

 

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Auf der einen Seite freie Sicht, auf der anderen Seite eine dichte Nebelwand, die sich zögerlich anschickte, über den Grat zu kriechen. So eine meteorologische Grenzerfahrung habe ich noch nie gemacht. Den vollständigen Luftigen Grat-Report könnt ihr übrigens im aktuellen Wandermagazin lesen …

Aber noch nicht zu vergleichen ist das alles mit der unglaublichen Grenzerfahrung, auf dem Mössinger Dreifürstensteig auf der unterwöbten Hangkante zu stehen.

 

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Ich habe diese Warnmeldung nicht verstanden. Entweder ist das saugefährlich, an den Hangkante zu stehen, dann sollte man die sperren. Oder aber jeder ist seines Glückes Schmied, dann sollte man das Schild weglassen, denn es erzeugt nur eines: Angst. Ich habe mich natürlich trotzdem todesmutig für wenige Sekunden auf die total unterwölbte Hangkante gestellt. Eine weitere Grenzerfahrung.

 

Und jetzt seid ihr dran mit Euren Grenzerfahrungen…


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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