Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Ziegel, rutsch weg!

Geschrieben am um 7:02

Dass jede Straße einer Stadt einen Namen hat, daran hat man sich selbredend gewöhnt. Aber immer wieder trifft man auch bei einer Wanderung im Wald auf Benamsungen von Forstwegen. Heimatliche Gefühle bekam ich auf dem Dreifürstensteig in Mössingen, als ich dem Ziegelrutschweg begegnete.

 

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Ich bin in Köln im Steinrutschweg aufgewachsen, was in drei Wörtern gelesen auch als Aufforderung an einen Stein verstanden werden könnte. Gemeint ist das Identische wie auf der Schwäbischen Alb: Der Name deutet auf die frühere Existenz einer Ziegelei.

Dann sah ich am Schluchsee im Schwarzwald den Sackweg.

 

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Und da habe ich überlegt, warum es eigentlich immer Sackgasse heißt, obwohl es wirkliche Gassen, so schmale gepflasterte Sträßchen, doch so gut wie gar nicht mehr gibt in unserem Land. Aber nie gibt es eine Sackstraße, umgekehrt aber auch keinen Einbahnweg oder eine Einbahngasse. Ich halte das für eine sprachliche Armut und protestiere schärfstens und brutalstmöglich dagegen. Aus Protest, werde ich in Zukunft nur noch Sackweg sagen, wenn ich auf einer Strasse nicht weiterkommen. Wenn man das auch noch in zwei Wörtern liest, bedeutet das nicht nur, dass womöglich ein Sack Reis in China umgefallen ist, sondern auch, dass der Sack einfach weg ist. Oder sein könnte.

Und dann noch diese geile Straßennamenkombi in Wingeshausen am Rothaarsteig. Ohne Worte…

 

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Schwarzbrenner, Vitamin C und die Explosionsgefahr

Geschrieben am um 6:53

Ich gebe es zu, ich habe schon des öfteren die beglückende Schönheit eines Belohnungsbieres gepriesen. Das sollte aber nie, wirklich nie, ein Aufruf zum Alkohol-Mißbrauch sein. NIE! Auch eine Belohnungs-Apfelschorle, oder, sagen wir mal, eine Belohnungs-Johannisbeerschorle (schöne Grüße an Michael!) oder auch ein Belohnungs-Düsselwasser (schöne Grüße an Friedhelm) ist etwas gaaaaanz Tolles. Ehrlich. Denn wenn man die zerstörende Wirkung von Alkohol sehen möchte, muss man auf den Wisentpfad durch Wingeshausen wandern.

 

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Dort geht man an der Kneipe „Schwarzbrenner“ vorbei, die sehr wandererunfreundliche Öffnungszeiten hat: Freitags und Samstags ab 18.00. Dann öffnet Kevin die Türen. Kevin ist der junge Mittzwanziger auf dem Foto, das viele schwarzbrennen lässt den armen Kevin ziemlich alt ausehen.

Kürzlich bin ich in Frankreich gewandert, genauer im Départment Hautes Seine nahe von Paris. Sehr hilfreich fand ich bei beim Zurechtfinden dieses Schild:

 

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Das ist doch mal eine sehr konkrete Ortsbeschreibung, von einem Wald … zum anderen. Noch zu ergänzen wären die Orientierungsangaben „von einem Misthaufen … zum anderen“ und „von einem Schwarzbrenner … zum anderen“.

Jetzt zum Thema Vitamine. Manchmal ist es doch so einfach, auf Kinderfragen zu antworten. Wo kommt die beste Schokolade her? Natürlich aus den Eutern der lila Kühe. Zuletzt sah ich am Rheinsteig bei Rüdesheim auch die Antwort auf die Frage, wo der Saft vom „Hohen C“ wächst. natürlich an den Weinhängen des Rheins, und zwar praktischerweise direkt in die Tüte rein.

 

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Ich wollte den Rheinsteig einfach weiter wandern, aber DANN! HILFE!!! EXPLOSIONSGEFAAAAHR!

 

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Wer in der Gegend von Rüdesheim auf dem Rheinsteig wandert, sollte sich bloss keinen Millimeter vom Hauptweg weg bewegen, sonst droht Extrem-Pulverisierung. Gut, das gilt eigentlich auch anderswo, wer sich von den Wanderwegen weg bewegt, der riskiert sein Leben. Als Pilzsammler (Achtung! – Vergiftungsgefahr!) Natürlich auch für junge Liebespaare (Achtung! – Nachwuchsgefahr!) Und auch für An-den-Weidezaun-Pinkler (Achtung! – Elektroschockgefahr!) Nicht nur schwarzbrennen kann die Haut eben sehr alt aussehen lassen.



Fünf Gründe, warum man den Wasserfallsteig auf jeden Fall wandern sollte

Geschrieben am um 6:48

Oft gibt es – wie es so schön in der Mathematik heißt – eine notwendige Bedingung, einen Weg zu wandern. Manchmal auch zwei. Gaaaanz selten gibt es aber auch fünf gute Gründe einen Weg zu wandern. Ich bin in’s ferne Schwabenland gereist und den Wasserfallsteig von Bad Urach gewandert. Und wahrlich ich sage Euch, hier sind die Top-Fünf-Gründe, diesen Premiumweg zu wandern:

Top-Grund 5, den Wasserfallsteig zu wandern:

Ich habe mein Wanderlebtag noch nie eine derartige Völkerwanderung von Lurchis gesehen. Feuersalamander sind nicht überaus häufig, aber in Bad Urach scheinen Sie ihr persönliches Glück am Wasserfall gefunden zu haben. Man sollte sie in Wassersalamander umbenennen.

 

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Top-Grund 4, den Wasserfallsteig zu wandern:

Wenn man die erste größere Steigung hinter sich hat, wartet eine Erfrischungsbude auf den durstigen Wanderer, die Wasserfallhütte. In Sachsen würde man den Getränkekiosk Baude nennen. Was die Sachsen den Schwaben voraus haben: Die Getränke sind kühler. Aber der Schwabe sagt sich, das Geld für den Kühlschrank kann man sich doch eigentlich sparen, die Leute sind nach dem Aufstieg so durstig, die trinken auch warmes Bier.

 

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Top-Grund 3, den Wasserfallsteig zu wandern …

… ist einfach die Albtrauf. Mehr Balkon geht nicht. Allerdings, um es mit den Bläck Fööss zu sagen: Es fehlt nur vom Balkon, die Aussicht auf den Dom.

 

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Top-Grund 2, den Wasserfallsteig zu wandern:

Wer kennt das nicht, am Vorabend hat man dem Belohnungsbier nach einer erfüllenden Wanderung zu eifrig zugesprochen – der Kopf brummt, das Aspirin ist mitsamt der gesamten Reiseapotheke zu Hause geblieben (Stichwort: Gewicht im Rucksack sparen), als was tun. Da helfen die extra-niedrigen Bahnunterführungen von Bad Urach, wenn man einmal kräftig gegen die Betonkante gelaufen ist, denkt man mit Sicherheit nicht mehr an den Kater.

 

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Top-Grund 1, den Wasserfallsteig zu wandern:

Da war doch noch was? Aaah ja, klar, am Wasserfallsteig gibt es natürlich, wenig verwunderlich, denn sonst wäre es ja ein Fall für den Etikettenschwindelbeauftragten der Bundesregierung, einen WASSERFALL!

 

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Und der ist gewaltig, nicht so ein Gerausche über ein paar Steine, also das, was sie in NRW zum Beispiel einen Wasserfall nennen (siehe Blog vom 1. September) Nein, in Bad Urach schießt ein Strahl feuchter Urgewalt den Felsen herab. Großes Kino!



Danke Stefan!

Geschrieben am um 6:15

Seit diesem Herbst bin ich auf Wanderschaft für den jungen, aufstrebenden Wanderklamottenhersteller Fifty Five. Dabei habe ich mit Fifty-Five Marketingleiter Stefan schon so manches Abenteuer erlebt, manchmal an der Grenze zur Illegalität. Denn dass Stefan noch so manche Leiche – nicht im Keller – aber im Kofferraum hat, habe ich mit Schrecken sehen müssen.

 

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Aber, keine Frage, Stefan hat sich wandertechnisch voll reingehauen. Dabei präsentierte er der gesamten Wandertruppe sehr elegant eine neue Kreation von Fifty Five, die Vintage-Wander-Dreckshose, fertig lieferbar inklusive Schlammspritzer. Da muss man gar nicht gewandert sein und sieht schon aus wie Sau nach einer zweiwöchigen Trekkingtour. Spitze!

 

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Gleich geht es weiter mit einer traumhaften Aussicht, erst aber eine kleine Werbepause …

Willst Du Dir auch die coolen Klamotten bestellen

Musst Du bei fifftyfive.eu vorbeischaun – auch die Ellen

Wer diese Ellen ist, verrate ich Euch nächste Woche…

 

Aber jetzt weiter zu meiner Wanderung mit Stefan. Wir waren auf dem Premiumweg Jägersteig im Schwarzwald unterwegs, standen am Aussichtspunkt Bildstein, guckten, staunten, und konnten uns vom Ausblick auf den Schluchsee kaum losreissen. Noch beeindruckender als die Aussicht auf den Gebirgssee fand ich aber den Blick auf Stefans quietschorange Soft-Shell-Weste, eine Mischung aus holländischem Fan-Wear, Müllfahrer-Jacke und Pannenoutfit.

 

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Ewig dankbar werde ich Stefan aber sein, dass er sich bei unserer Wanderung auf dem Wisentpfad als Fluchthelfer aus einem sauerländischen Großgehege betätigte (ist das eigentlich strafbar?) und der ganzen Wandertruppe so einen halbstündigen Umweg ersparte. Fünfundfünfzig-fachen Dank dafür!

 

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Wer spontan mit Stefan, mir und Fifty Five wandern möchte: Am Samstag gehen wir ab 15:00 am Niederrhein auf dem Nette-Seen-Pfad und am Sonntag ab 10:00 im Saarland auf dem Bietzerberger. Anmeldungen unter fiftyfive.eu


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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