Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Was war das für eine geile Wandertruppe!

Zuletzt Kytta Wanderung in der Pfalz, echt geil. Super Wandertruppe, Super Wetter, Super Weg, Super Salbe. Wir wanderten auf dem Busenberger Holzschuhpfad südlich von Dahn im pfälzischen Felsenland.

 

DSCF7075
Holzschuhe deswegen, weil die Südpfalz lange ein Teil von Holland waren. Busenberger Gouda und Busenberger Tulpen sind von der pfälzischen Evolution hinweg gespült worden, nur der Holzschuh hängt noch immer im Wald am Nagel. Die meisten meiner pfälzischen Mitwanderer hatten allerdings schon Wanderschuhe aus Leder.

 

DSCF7070

 

Interessant, ganz Deutschland ist wiedervereinigt, aber beim Busenberger Handschuh- äh Holzschupfad gibt es noch Ost und West. Hoffentlich entwickelt sich der Westteil nicht separatistisch hin zum Saarland, das wäre für einen echten Pfälzer absolut nicht nachvollziehbar.

Und wie der Pfälzer so tickt, das konnte ich in der PWV-Hütte am Drachenfels (ich hatte vor dieser Wanderung immer gedacht, der höchste Berg der Holländer liege im Siebengebirge) ablesen: Des Pfälzer‘s Charakter:

 

DSCF7087
So ehrlich, schonungslos und offen wünschte man sich auch öfter mal die Selbstbeschreibung anderer Regionen.

Ich habe es immer wieder gesagt und geschrieben, dass die Pfälzer Wald Vereins-Hütten ganz speziell sind und ein Geschenk des Wandergotts an seine Schäfchen. In der Busenberger PWV-Hütte am Drachenfels ist Ernst der Chef, Ernst steht seit 50 Jahren jeden Mittwoch hinter der Theke der Hütte und gibt die Getränke aus. Als ich Ernst sah, dachte ich, ich hätte ihn schon einmal in irgendeinem Lucks-Luke-Comic gesehen, ich kann mich aber täuschen. Schöne Grüße, Ernst, ich komme bald wieder!

 

DSC_1342


Ähnliche Beiträge:


5 Kommentare zu “Was war das für eine geile Wandertruppe!

  1. Womöglich meinst Du bei Lucky Luke den Kapitän der „Daisy Belle“ in „Am Mississippi“? Noch viel womöglicher aber scheint dies: der heitere Ernst steht nicht nur seit 50 Jahren jeden Mittwoch hinter der PWV-Hütten-Theke, sondern sitzt an den anderen Tagen auch regelmäßig als Pater Anselm Grün in diversen Talkshows! SUUUPERgeil!

    • Nachtrag zum Stichwort „Lucky Luke“:
      Da fragt man sich nur mal kurz, wo die Bezüge bei Lucky Luke zum Wandern sein könnten und was spuckt Google als ersten Treffer aus? Einen „Lucky Luke – Trail“ in der Schweiz, bei dem man Stationen des Comics abwandern kann. So viel ich weiß, gibt es im Wallis zwar keine Prärie, „Auf nach Oklahoma“ geht auch nicht und der Schweizer Westen scheint mir sooo wild nun auch nicht mehr zu sein, als dass er pionierwandernd erst noch erschlossen werden müsste.. Nun ja. Asterix wäre in der Hinsicht viel ergiebiger! Da wird echt viel gewandert, in vielen herrlichen Wandergegenden Europas (Schweiz, Pyrenäen, Korsika,..), an oft sehr konkret benannten und bebilderten Orten. Comisch eigentlich, dass es nicht längst solche „Asterix-Trails“ gibt, oder? [P.S.: meine „Am Mississippi“-Assoziation war im Grunde Quatsch, aber diverse Wirte, Bürgermeister, Richter oder Totengräber weisen durchaus gewisse Ähnlichkeiten zu Drachenfels-Ernst auf :)]

  2. Ich denke mal, der Asterix-Trail scheitert an den nicht unerheblichen Lizenzvorstellungen von Uderzo & Co. Ansonsten natürlich eine super-Idee, auch so manchen Römerweg in Deutschland (Ausoniusweg im Hunsrück!) würde ein derartiger Asterix-Bezug extrem aufwerten.

    • Hmm.. ich denke gerade an etwas, das NOCH interessanter wäre und für das man zunächst einmal keinerlei Genehmigungen seitens des Dargaud-Verlages bräuchte:
      ‚Fakt‘ z.B. ist: Asterix und Obelix beginnen eine ihrer Wanderungen, indem sie unweit des Lacus Lemanus eine Römerstraße an der gallisch-helvetischen Grenze verlassen, sie wandern dann von West-Nordwest kommend (das ist aus ihrer Ansicht auf Genf, den See und das Hochgebirge im Hintergrund zu schließen) nach Genava, nächtigen in der „Herberge au Lac“, fahren mit einer ‚Fähre‘ ans Ufer am anderen Ende des Sees, steigen bzw. klettern von dort auf ein schneebedecktes Gebirge, landen auf dessen anderen Seite in einem kleinen Fluss und befinden sich damit – aller Wahrscheinlichkeit nach – wieder in Gallien.
      Man nehme also einen französisch-schweizerischen Grenzort (unweit des Genfer Sees), durch den mal eine Römerstraße ging, entwerfe von dort aus ein, zwei, drei schöne Etappen, die einen von West-Nordwest nach Genf an den See führen, übernachte da z.B. im „Hotel du Lac de Coppet“ (auwei.. vier Sterne.. in der Schweiz..), fahre mit der Fähre von Genf nach Le Bouveret, wandere von dort ins Gebiet der schneebedeckten „Dents du Midi“ und von dort über die Grenze nach Morzine an der „Dranse de Morzine“. Das Wikipediafoto zu diesem Flüsschen hätte Uderzo glatt als Zeichenvorlage für das Flüsschen, in dem die beiden Comic-Helden samt Edelweiß landen, dienen können!
      Et voilà! Fertig ist der höchst erlebnisreiche und einzigartige Nachvollzug zumindest schon mal der „Asterix bei den Schweizern“ – Wanderung!
      Der weiteren Recherche sind keine Grenzen gesetzt..

      • Die Fährüberfahrt sollte man natürlich für den 1. August (Schweizer Nationalfeiertag) avisieren, damit man auch ordentlich „JOOOOHLIDÜÜÜÜ!!“ zu hören bekommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

Suche

Letzte Kommentare


RSS Feed abonnieren


© Copyright 2008 - 2017 Manuel Andrack.