Wander-Blog von Manuel Andrack

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Nicht stehen bleiben!

Vor kurzem war es mal wieder soweit: Der Berg rief. Erst dachte ich, lass den mal rufen und schaltete auf Durchzug. Dann erkannte ich aber die Stimme von Lukas Meindl und Wandermagazin-Chefredakteur Michael Sänger, und es klang plötzlich nicht mehr nach Rufen, sondern fast wie ein Befehl. Ich wäre noch so gerne in der Meindlschen Jagdhütte geblieben, hoch oben auf der Reiter Alm, südlich von Traunstein. In der Hütte war es kühl und nicht so heiß, wie in der glühenden Sonne. Aber vor allem hatte Lukas Meindl eine Brotzeit in seinem Rucksack mitgeschleppt, die es in sich hatte. Herrlich. Noch besser als der Käseteller der SBB.

 

 

Ich wollte also in der Hütte bleiben und noch mehr futtern, aber es half nichts, mit Zweidrittelmehrheit haben die beiden Bergfexe entschieden: Aufi geht’s! Dabei ist Bergwandern doch soooooo gefährlich. Das zeigt mal wieder diese Schild, dass ich beim Aufstieg zu Reiter Alm sah.

 

 

Ich blieb stehen, um das Schild zu studieren. Hatte ich als Flachlandtiroler schon wieder einen Fehler gemacht? Denn stehenbleiben war doch wegen Felssturz strengstens verboten. Aber wie hätte ich denn ohne Stehen zu bleiben die Gefahrenmeldung lesen sollen? Die Bergwelt ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Aber eins muss ich zugeben. Am Gipfel isses dann doch immer wieder wunderbar. Hier mein schönstes Foto vom Gipfelkreuz, da geht einem doch das Herz auf, oder?

 


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12 Kommentare zu “Nicht stehen bleiben!

  1. Lieber Manuel Andrack!
    Wieder einmal ein sehr schöner Bericht. Wovon ist das Gipfelkreuz abfotografiert?
    Bitte schreibe doch noch ein Wanderbuch. Deine Wanderbücher lesen sich sooo schön! Auch ein Hörbuch des dritten Wanderbuches wäre sehr toll!
    (Meine Lieblingsgeschichte aus allen Wanderbüchern ist übrigens die mit dem lustigen Fährmann in der Edmundsklamm!)

    Viele Grüße

  2. Hmm… Reiter Alm, Jagdhütte schön und gut, aber welcher Gipfel war’s den nun? Am ähnlichsten sieht noch das Gipfelkreuz des „Großen Bruders“ aus, aber sicher bin ich mir nicht. War’s gar, pars pro toto, einfach symbolisch gemeint, so à la „Berg ist Berg, sind eh alle gleich? Sehr rätselhaft. Vor allem das Schneegestöber im Hochsommer!

    • Der große Bruder vergaß zu erwähnen, dass es sich beim „Foto“ des Großen Bruder lediglich um eine womöglich in der Meindlschen Jagdhütte befindliche Stickerei handelt. Sofern Andrack diese nicht nach dem Abstieg bei Jause und Stubenmusi selbst angefertigt hat, um seine frischen Eindrücke festzuklöppeln, steht der Beweis für seine persönliche Anwesenheit in der sturmumtosten Gipfelregion noch immer aus. Zumal auf der Abbildung nicht einmal Meindl, Sänger oder Tenzing Norgay hineingehäkelt sind.

  3. Lieber Franz,

    danke für das nette Lob. ich schreibe gerade an meinem neuen Wanderbuch, das wird aber etwas aufwändiger, kommt erst 2016 raus.

    Und lieber Markazero,

    Wahnsinn, ein Hochgebirgskenner vor dem Herrn. Es ist in der Tat weder der kleine, noch der warme, sondern der Große Bruder! Und, tja, mit diesem Turbo-Schneesturm war es echt merkwürdig, der kam, ich machte das Foto, und dann war er schon wieder weg und es ward wieder eitel Sonnenschein. Diese verrückten Wetterumschwünge in den Alpen…

  4. Boah, ob der Kleine (Gipfel-) Bruder auch so ein Gscheiderle ist? Der arme Große kann ja nicht weg und muss sich vollquatschen lassen… Habe ein Foto der Brüder gefunden, wusst ich’s doch: 2011, Talwanderung von Schneizlreuth aus (prima Gasthaus dort), „Route der Klammen“, kurz hinter der Grenze ist ein Hof, wo ein Bilhauer drei Steinköpfe vis-a-vis der Berge platziert hat.
    Danke für das Lob übrigens, Kartenstudium plus Google machten’s möglich. Merke: Big Brother is watching you.

    • Vor allem sieht das Jausenkammerl schon sehr nach Basislager aus! Es bleibt aber noch immer ungeklärt, wer von den dreien dort geblieben ist, um die schwere Funkapparatur zur Kontakthaltung zu bedienen (links hinten am Tisch), während die anderen mit lustigem Hut und zünftigem Hemd (hinten) den ruhmreichen Gipfelsieg errungen haben (jenseits der Todeszone auf mehr als 1800 Meter Meereshöhe!!) und dabei aber das Kameraobjektiv (rechts hinten) für das Beweisfoto vergessen haben..

  5. Das Drama am Großen Bruder werde ich ausführlich im nächsten Wandermagazin schildern (erscheint Mitte Oktober). Dann gibt es auch exklusiv in meinem Blog das „Beweisfoto“ mit Lukas Meindl und Mister Wanderplauze am Gipfel

    • An dieser Stelle sehr passend was für die Freunde der absurden Komik: Aus dem Namen „Jon Krakauer“ lässt sich „Jokuer Anrak“ bilden.

  6. Ach, es gibt schon Schilder, bei denen kann man wirklich nicht über den tieferen Sinn nachdenken.
    Aber du bist ja morgen auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz unterwegs … da wirst du noch mehr solcher Stilblüten erleben 😉 Versprochen!

  7. Nach Lektüre und Sichtung des Wandermagazins muss ich feststellen, dass gewisse Rest-Zweifel bleiben: Ist der offensichtlich bestens durchtrainierte Herr links am Gipfel etwa gar nicht der fußlahme Leutnant Plautz, sondern vielmehr der legendäre Major der Fremdenlegion Manuel d’Andrac, welcher kurzfristig als Spezialist für den Abwehrkampf gegen Phantom-Schneestürme engagiert worden war, bei einer Lagebesprechung?

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