Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Wanderführer Martin

Geschrieben am um 15:43

 

Der Mann rechts im Bild, das ist der Martin. Der Martin ist Wanderführer, hauptberuflicher Wanderführer. Er lebt und arbeitet an der Costa Brava und führt von seinem Stützpunkt Playa de Aro aus Wanderungen. Martin ist wirklich ein feiner Kerl, immer freundlich, immer gut drauf, kann viel Wissenswertes am Wegesrand interessant erzählen. Wenn der Martin mal provozieren möchte, dann setzt er für alle saarländischen Wanderfreunde seine Kappe aus der Pfalz auf.

 

 

Der Martin hat aber auch, das muss man ganz klar sagen, eine Macke. Ich meine jetzt nicht, dass er Fan von Schalke 04 ist, das ist zwar eigentlich nicht verzeihbar für einen Münsteraner, wie es Martin einer ist. Nein, Martins Manie ist es, sich pausenlos während der Wanderung umzuziehen.

 

 

Bei jeder Pause, wenn er sich leicht verschwitzt fühlt, wechselt er sein T-Shirt. Dafür hat er extra einen großen Rucksack dabei, in dem er gefühlt zehn frische und irgendwann dann auch nicht mehr so frische T-Shirts mit sich herum schleppt. Nun ja, was man neidlos anerkennen muss: er kann es sich figurenmäßig auch leisten, sich so oft umzuziehen…

 

 

Ich freu mich schon auf die nächste Wandertour im Oktober 2013 mit Martin an der Costa Brava. Am meisten bin ich gespannt, ob er ein paar neue T-Shirt-Modelle vorführen wird.



Goldener Oktober Mitte November

Geschrieben am um 20:48

Wahnsinn, wer hätte das nach dem arktischen Zähneklapper-Intermezzo Ende Oktober gedacht? Der Herbst ist da, richtiger Indian Summer, ein goldener Oktober Mitte November! Schluss mit der “Och-wie-blöd-schon-Winter”-Jammerei, jetzt wird herbstlich gewandert!

 

 

Ich habe meinen Wanderrucksack geschultert, den kleinen grünen, den ich immer trage, schon seit Jahren, und wandere im goldenen November im Sauerland, woll, und erblasse vor Neid wegen meines Allerweltsrucksacks. Denn ich sehe auf dem Sauerländer Höhenflug ein älteres Ehepaar vor mir, die rucksacktechnisch perfekt harmonieren.

 

 

Eine rot-grüne Rucksackkoalition, passend zum herbstlichen Farbenspektrum. Das nenne ich mal Partnerlook, nicht im stumpfen Gleichklang gekleidet, sondern in den Komplementär-Farbkasten gegriffen, Chapeau!

Und zum Abschluss meiner Wander-Tour auf dem Sauerländer Höhenflug gibt es noch ein Burgen-Aha-Erlebnis der Sonderklasse, vergleichbar nur mit dem Burgen-Aha-Erlebnis im Eltztal im Angesicht der Burg Eltz: Der herbstliche Blick auf die Burg Altena.

 

 

Wer die Möglichkeit hat, in diesen Tagen zu wandern sollte das tun, es lohnt sich sehr!



Überraschungen an der Costa Brava

Geschrieben am um 11:40

Wenn in Deutschland die Blätter fallen, die Temperaturen ungemütlich werden und die Wandersaison sich so langsam dem Ende zuneigt, kann man ja immer noch in andere, wärmere Gebiete flüchten, um Schusters Rappen die Sporen zu zeigen. So verschlug es mich Ende Oktober an die Costa Brava, die seit Jahrzehnten unter dem schlechten Image von Bettenburgen wie Lloret de Mar und Salou leidet.

Allerdings, Surprise, Surprise – wenn es anders wäre, wäre es ja auch langweilig – es gibt wirklich traumhafte Buchten und Steilküsten an der Costa Brava, wie dieses kleine, kuschelige Fischerdorf, mittlerweile zwar ohne Fischer, dafür mit jeder Menge bunter Türen

 

 

Man muss allerdings an dieser Küste aufpassen, denn der “Maler” Salvador Dali hat in dieser Region sein Unwesen getrieben. Ich gebe es zu, ich bin kein großer Fan seiner “Kunst”, seine Form des Surrealismus ist der größte denkbare Kitsch. Trotzdem schön, dass Dali sich auch um den Expressionismus verdient gemacht hat, denn wie soll man sonst die Türstellung in der sogenannten Dali-Baracke deuten? Da fühlt man sich doch direkt in einen expressionistischen Film à la “Noseferatu” zurückversetzt.

 

 

Ich war so angetan vom Wandern an der Costa Brava, dass ich für die ganze Wandergruppe, mit der ich unterwegs war (dazu später mehr) eine sehr lässige, gewagte, irgendwie aufreizende Pose einnahm.

 

 

Wie erotisch aufgeladen diese Costa Brava ist, wurde mir klar, als ich ein Haus am Meer sah, ein rosa Haus, ein Casa Rosa sozusagen, und mir unser Wanderführer Martin erzählte, auf der Terrasse dieses Casa Rosa seien “früher” Pornos gedreht war.

 

 

Welchen Tick Wanderführer Martin mit den heißen Infos hat, werde ich in den nächsten Wochen mal verraten.



Germania Nahe Drosselgasse

Geschrieben am um 6:56

Zum zweiten Mal in meinem Wanderleben habe ich eine Rheinsteig-Etappe in Rüdesheim begonnen. Das scheint ein Fehler zu sein, die Etappen in Rüdesheim zu beginnen und nicht enden zu lassen, denn ich hörte Wunderdinge – man zwitscherte/twitterte es mir sozusagen – von der Geselligkeit in der Drosselgasse, world wide famous.

 

 

Ich muss endlich mal auch einen Wandertag in der Drosselgasse beenden, man kann dort, hörte ich, jede Menge Spass haben. War schon mal jemand dort?

Die Germania am Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim ist auf jeden Fall eine großartige, selbstbewusste junge Dame. Es gibt kritische Zeitgeister, die der Germania, erbaut nach dem Sieg 1870/71, kriegslüsterne Tendenzen nachsagen. Weit gefehlt, sie wurde aus französischen UND deutschen Kanonen zusammen geschmolzen. Mehr Schwerter zu Pflugscharen geht fast gar nicht.

 

 

Na aber, sagen andere Nörgler, sie würde doch so aggressiv gen Westen, also Frankreich schauen, und drohend das Schwert schwingen. Wenn man davor steht, sieht man, dass auch dieser Vorwurf nicht stimmt. Sie schaut sehnsüchtig zu den Weinbergen im Rheingau, sie hat Durst, und weist mit dem Schwert die Richtung.

Und dann dieses Delta:

 

 

 

Nicht Mosel fließt in  Rhein = Deutsches Eck, sondern Nahe fließt in Rhein = Äh, ja was für einen Namen hat denn diese Ecke eigentlich? Binger Eck? Nahes Eck? Binger Loch-Eck? Arme Nahe, armes Bingen, kein eigener Name für das Flußdelta.



Immer einen Wanderlotsen dabei

Geschrieben am um 11:01

Ich werde oft gefragt, was eigentlich genau zu einer zünftigen Wanderung  gehört. Heute werde ich einige plastische Beispiel geben.

Zunächst gehört zur Motivation für eine Wanderung eine zünftige Volksmusik-Combo. Wenn die Musik schön laut ist, fliehen alle Wanderer und die Wege sind voll.

So eine Volksmusik-Kapelle macht eben müden Wanderern Beine: jeder denkt sich – bloß weg hier.

 

 

Natürlich gehört zu einer schönen Wanderung auch eine tolle Landschaft. See im Vordergrund, Bäume die den Blick einrahmen, eine weite Aussicht. Wie gemalt! So sollte es sein.

 

 

Schön ist immer, etwas von einer Wanderung mitzunehmen, einen bleibenden Eindruck für daheim. Zum Beispiel die Anregung, doch mal ca. 40 Kilo abzuspecken, um auf einer wunderbaren Schaukel mit Höchstgewicht bald wieder schaukeln zu können.

 

 

Höchst brauchbar für eine Wanderung ist auch, einen Wanderlotsen mit passender Kappe in Signal-Orange mitzunehmen. Der kann wunderbar die Übergänge sichern. Und obwohl mein Wanderlotse etwas desorientiert wirkt, hat er seine Sache alles in allem wirklich prima gemacht.

 

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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