Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Über’n Deister gehen

Geschrieben am um 11:00

Ich bin über den Jordan gegangen, ne Quatsch, ich bin über die Wupper gegangen, ach Blödsinn, nein, auch nicht, jetzt habe ich es: Ich bin über den Deister gegangen. Ich kannte die letztere Redewendung gar nicht, aber die Menschen zwischen Hameln und Hannover im südlichen Niedersachsen gehen eben über den Deister. Und ich habe letzten Samstag erstmals dieses kleine aber feine Gebirge kennen gelernt.. Sogar einen – man höre und staune – Hannoverschen Wander- und Gebirgsverein gibt es, der die Wege auf dem Deister – unter anderem immerhin ein Teilstück des E1 – in Schuss hält.

 

 

Nun, Gebirge hin, Gebirge her, ich hörte von einem Schweizer, der den Deister besuchte und hernach verzweifelt überlegte, wie man dann die heimatlichen helvetischen Berge nennen solle, denn er verstand unter “Gebirge” etwas ganz anderes.

Ich war zum Literaturfest Niedersachsen nach Springe geladen und zum Entree der abendlichen Lesung, die ich moderieren sollte, wanderte das Publikum durch den Deister und lauschte an ausgewählten Orten den Dichter-Worten von Hermann Hesse, Robert Walser, Joseph Roth und Gottfried Keller.

 

 

Ein Jüngling mit güldenem Haar schmetterte die literarischen Worte in den sturmumtosten Wald, und die Winde spielten die Musik zu diesen wohl gewählten Worten:

Heiter ist’s und aufgeräumt

Und das Wehen der Föhren

Wenn die Luft in Ihnen träumt

angenehm zu hören.

Ich musste erst mal googeln, dass Föhren so ne’ Art Kiefer sind, na ja, der gute Herr Keller hat sie wohl einfach so bezeichnet, weil sich “Föhren” so schön auf “Hören” reimt.

Wie jeder amtliche Höhenzug hat auch der Deister seine Pforte, jeder kennt ja die Pforta Westfalica am Teutoburger Wald.

 

 

Zur geologischen Deisterpforte gibt es auch das passende Lokal, das einem das Gefühl gibt, sich in der DDR der 1960er Jahre zu befinden. Und Dienstags, ja Dienstags gibt es keinen Ruhetag, Dienstags ist die Deisterpforte auch nicht geschlossen, nein:

 

 



Die spinnen, die Österreicher

Geschrieben am um 7:09

Anfang August bin ich auf dem Lechweg gewandert. Den ausführlichen Bericht darüber konnte man am 13. September in der ZEIT lesen.  Wirklich schön ist es auf dem Lechweg.

 

 

Nur, jetzt mal unter uns, manchmal habe die Österreicher einen Knall, die spinnen die Österreicher, wie Asterix sagen würde. Warum zum Beispiel stellen die einen Strandkorb auf eine Lechtalbrücke? Warten die auf den Klimawandel, wenn bald die Nordseeküste bis in den Vorarlberg reicht?

 

 

Und wieso gibt es Verkehrsschilder, die ausschließlich den Besitzern von Oldtimern und Kradfahrern mit wehendem Schal die Durchfahrt verweigern?

 

 

Und warum bitte schön bauen die Österreicher Hängebrücken, an denen Vertigo-Patienten wie ich scheitern?

 

 

Das verstehe ich alles nicht, liebe Österreicher.



Schnappschüsse vom Lechweg

Geschrieben am um 10:09

In der ZEIT vom letzten Donnerstag habe ich beschrieben, wie ich mit einer europäischen Wanderdelegation den Lechweg erwandert, kontrolliert, genossen habe. Die Marketing-Idee überzeugt; ein alpiner Weg ohne Absturzangst, körperliche Schmerzen, Schwindelgefühle. Ich packe jetzt mal meine Schatzkiste der exklusiven Schnappschüsse aus:

 

 

Zunächst mal zwei Komponenten des großartigen paneuropäischen Picknicks: Die Mischung aus Crémant d’Alsace und Mozartkugeln war überzeugend. Das sollten Monti, Draghi, Juncker, Angie und Baroso mal öfters gemeinsam schnabulieren, dann wäre die europäische Schulden- und Bankenkrise ruckizucki vom Tisch.

Apropos Bank, um mal keine superdoofe Überleitung auszulassen:

 

 

Wir sehen hier eine Bank, die sogenannte Lechweg-Bank. Unmittelbar am Start des Weges, im Quellgebiet des Lechs, steht dieses Sitzmöbel. Der junge Mann neben mir ist mir unbekannt, der hockte dort anscheinend schon stundenlang. Mal ne Frage an alle Orthopäden, die das hier lesen? Kann man so eine verquere X-Bein-Stellung wie bei mir noch regulieren oder muss ich einfach damit leben?

 

Ich darf dann noch ein Geheimnis offenbaren, ein sehr intimes, privates Geheimnis. Ich habe nämlich auf dem Lechweg eine Bekanntschaft gemacht, die mein Leben verändert hat.

 

 

Für heute sagen wir beiden Turteltäubchen Servus und Pfüat Di



Vorfreude auf den Neanderlandsteig ist die schönste Freude

Geschrieben am um 11:02

Jetzt mal ein traurige Meldung für alle, die sich schon auf die Eröffnung des Neanderlandsteigs am 14. Oktober gefreut haben. Das wird leider nix. Der Grund: Das Wanderverkehrsministerium in Castrop-Rauxel-Ost benötigt zur Prüfung der Wanderwegeknotenpunkte auf dem Neanderlandsteig noch ein paar Monate Zeit. Schade.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, im Mai geht dann die Wandersause in und um den Kreis Mettmann herum so richtig los. Und dann kan man solche Wege genießen:

 

 

… oder man verbringt den langen Herbst und Winter in Bergischen Traditionsgaststätten. Bei Dröppelminna, Pillekoken und/oder einem kalten Bier.

 

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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