Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Wanderschuhe vs. Joggingschuhe

Geschrieben am um 13:26

Letzte Woche bin ich von einer Wanderreise aus dem Indischen Ozean zurück gekehrt. GEO Spezial hat mich auf die Insel La Réunion geschickt. Die Reportage über dieses Wanderabenteuer erscheint in wenigen Monaten.

Vorab möchte ich aber über die Ausrüstung, speziell das Schuhwerk meiner Mitwanderer, berichten.

Da wäre zum einen unser Wanderführer Jean Paul, ein 62jähriger Franzose mit ausgezeichneten Orts- und Deutschkenntnissen. Ich habe mehrfach versucht, ihn auf den réunionnaisischen Wanderwegen abzuhängen – kein Chance gegen so eine Bergziege. Jean Paul trägt einen deutschen Wanderschuh, er denkt also beim Wanderschuhkauf nicht national, sondern durchaus in europäischen Dimensionen. Vorbildlich, Jean Paul!

 

 

 

Jean Paul konnte allerdings froh sein, dass es während unserer Wanderwoche nicht signifikant geregnet hat. Denn sein rechter Treter hatte einen ordentlichen Riss zu bieten, Folge einer unangenehmen Begegnung mit vulkanischem Gestein auf La Réunion.

Jean Paul war Bruder im Geiste mit unserem Fotografen Laurent, der wundersamerweise Schuhe derselben deutschen Marke aus dem schönen Berchtesgardener Land trug.

 

 

Und wie Laurent von den Wanderschuhen schwärmte, das war schon formidable. Leicht seien sie, und Trittsicherheit würden sie bieten, auch wenn er mit schweren Equipment unterwegs wäre.

Der Clou der Wanderreise war aber, dass der Postbote von Réunion, mit dem wir wanderten (wieso und weshalb und warum ich mit Briefträgern auf Wanderschaft gehe, das verrate ich natürlich nur in GEO Spezial) dieser Postbote nun, der quasi von Berufs wegen täglich wandert, trug Joggingschuhe. Er trug auch noch Schuhe der gleichen Marke, wie ich selbst sie seit Jahren für die Wanderschaft bevorzuge.

 

 

Was soll man nun davon halten? Vier Berufswanderer, zweimal Meindl, zweimal Asics, unentschieden sozusagen. Das Duell Wanderschuhe vs. Joggingschuhe geht in die nächste Runde…

 



Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß (Rund um Föhr III)

Geschrieben am um 6:41

Dies ist ein Selbstprotrait während meiner Wanderung rund um Föhr (37 Kilometer). Glückliche Wanderer sehen anders aus, oder?

 

 

Der Grund für die Miene war, dass ich mir schon nach 20 Kilometern schlimme Blasen gelaufen hatte. Zum einen war ich fast nur auf Asphalt gelaufen. Aber vor allem bin ich immer schräg gewandert, denn der Weg ist immer etwas abschüssig Richtung Meer. Da sind Wanderer bevorteilt, deren linkes Bein einige Zentimeter kürzer ist als das rechte. Ist bei mir nicht der Fall. Dass auf dem Asphalt überall Schafsscheiße herumlag, fand ich zunächst noch lustig, auch dass mir die Schafsscheiße bis zur Kniekehle heraufspritzte.

 

 

Wenigstens war die Schafsscheiße nicht sehr rutschig. Schwieriger war es auf den Sandschlieren zu gehen. Das sah erst ganz harmlos aus: Der Regen hatte etwas Sand aus dem Deich herausgespült und wo soll schon das Problem sein, auf nassem Sand zu gehen, dachte ich? Dass das ein Problem sein kann, merkte ich, als ich das erste Mal ins Rutschen kam Wie auf einer Eisfläche eierte ich herum, weil sich der Sand in mein Profil gesetzt hatte und meine Laufschuhe in Schlittschuhe verwandelt hatte.

 

 

All das – Asphalt. Schiefes Gehen, rutschiger Belag, hatten mir derart große Blasen unter beiden Füssen verschafft, dass ich die Südseite auf Föhr nicht wie geplant an der Wasserkante mit nackten Füssen gehen konnte. Jede Muschelberührung schmerzte wie eine  Wurzelbehandlung. Schade, die Rund-um-Föhr-Tour wurde nicht durch Fuß-FKK gekrönt.

 

 

 



Cogito ergo Utersum (Rund um Föhr II)

Geschrieben am um 10:27

Weiter geht es mit meinem Mammutprojekt, der Wanderung rund um Föhr. Die ersten 20 Kilometer hatte ich absolviert und kam im Badeort Utersum an, im Westen der Insel gegenüber von Amrum gelegen. Dort war ich schwer beeindruckt von der gigantischen Seebrücke, einem Brückenbaukunstwerk der Extraklasse. Bei Ebbe nur leider etwas zu kurz geraten.

 

 

Auf dem Deich fühlte ich mich sofort als Deichkind und stand mit Fragezeichen in den Augen vor zwei umgekippten Bänken auf’m Deich. Das konnte ja wohl nicht sein, dass die Nordfriesen so doof waren, genau in Utersum, wo der Wind öfter mal in Orkanstärke bläst, genau dort also die Bänke nicht im Boden zu verankern. Nein, so blöde können die Nordfriesen nicht sein. Wahrscheinlicher ist es, dass man animiert werden soll, sich um 90 Grad gedreht hinzulegen, um in den Himmel zu schauen und das Wolkenspektakel zu genießen.

 

 

Etwas für absolute Genießer ist die Sonnenuntergangsbank der Föhr-Freunde in Utersum. Das Wort “Sonnenuntergangsbank” ist fast genauso lang wie die gesamte Bank, die Föhrer Freunde müssen sich mindestens in Fußballmannschaftsstärke bei Sonnenuntergängen auf diesem Sitzmöbel zusammen kuscheln.

 

 

Beim nächsten Blogeintrag verrate ich Euch dann noch, warum ich bei der topfflachen Wanderung rund um Föhr die schlimmsten Blasen seit Jahren ertragen musste.

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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